Model United Nations

Was ist Model-United-Nations?

Model United Nations (MUN) ist eine aus Schülern und Studenten der ganzen Welt bestehende Simulation der Vereinten Nationen. Dazu werden von verschiedenen Schulen bzw. Universitäten Konferenzen ausgerichtet, zu denen Schüler und Studenten aus anderen Ländern eingeladen werden.
Diese Konferenzen sind Planspiele, bei denen die Teilnehmer in die Rolle von Delegierten bei den Vereinten Nationen schlüpfen. In simulierten Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung debattieren die Delegierten über weltpolitische Themen, handeln Kompromisse aus und verabschieden Resolutionen. Jeder der Teilnehmer vertritt ein Land, in dessen Position er oder sie sich vor der Konferenz eingearbeitet hat und dessen offizielle Position dann in den Debatten realistisch wiedergeben werden muss.
Die Teilnehmer vertiefen und erweitern ihre Englischkenntnisse, denn die Arbeitssprache der MUN-Konferenzen ist Englisch. Vor allem aber lernen sie die Arbeitsweisen, Möglichkeiten und Grenzen der internationalen Politik kennen, üben rhetorische Fähigkeiten und erproben sich in Verhandlungssituationen. Durch die Beschäftigung mit globalen Themen sowie den persönlichen Kontakt zu Schülern aus aller Welt wird ein besseres Verständnis für die Probleme und Situationen anderer Völker und Kulturen entwickelt.  

Eva Korobow



LEMUN 2011 - Ein Erlebnisbericht
Model United Nations am Stedeleijk Gymnasium in Leiden/Niederlande

Im vergangenen Jahr nahmen Schüler der E- und Q-Phase an einer Model-United-Nations-Konferenz in Leiden (LEMUN) teil. Model United Nations (MUN) bedeutet, dass Jugendliche die Vereinten Nationen in einem Rollenspiel simulieren. Diese Rollenspiele finden überall auf der Welt statt und wir fuhren im November 2011 nach Leiden in den Niederlanden. Während der Simulation sitzen Jugendliche in verschiedenen Komitees, um über selbst geschriebene Resolutionen zu vorgegebenen weltpolitischen Themen zu debattieren. Hierbei vertritt jeweils ein Jugendlicher ein Land, jedoch nicht sein Heimatland.
Betreut wurde unsere knapp zwanzigköpfige Gruppe von Frau Korobow, die dieses Projekt angeregt hatte, und von Frau Dreger. Als Vorbereitung für die eigentliche Konferenz debattierten wir während der Schulzeit über von Frau Korobow ausgewählte Resolutionen. In den Sommerferien bekam unsere Gruppe von den Organisatoren in Leiden die Länder Ghana, Pakistan und Sudan zugeteilt. Zu diesen Staaten und zu den anstehenden Themen mussten wir nun recherchieren und Policy Statements (Positionspapiere) verfassen.
Am Donnerstag, den 17. November, war es dann soweit und wir fuhren mit dem Zug nach Leiden. Nachdem wir unser Zimmer in einem Hotel bezogen hatten, erkundeten wir die Stadt. Der Freitag begann mit einer Stadtführung, danach gab es Lunch im Stedelijk Gymnasium Leiden, welches die Konferenz veranstaltete.
Nun ging jeder in sein eigenes Komitee und man begann zu debattieren, verständlicherweise auf Englisch, da Jugendliche aus ganz Europa (sogar aus den USA) an der Konferenz teilnahmen. Lars und Tristan wurde ein besonderes Komitee zugeteilt, das Crisis Commitee, in welchem eine von den Organisatoren ausgedachte Krise zu bewältigen war.
Am Samstag wurde den ganzen Tag debattiert und abends gab es dann noch für alle Teilnehmer eine Party. Sonntags wurde dann zum letzten Mal debattiert und die Konferenz wurde mit der Closing Ceremony abgeschlossen.
Am Montag fuhren wir von Leiden nach Amsterdam, wo wir das Anne-Frank-Haus und die Innenstadt besichtigten.
Alles in allem kann man sagen dass die Vorbereitung wie auch die Konferenz selbst eine tolle Erfahrung war und allen Spaß gemacht hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich auch dieses Mal, 2012, wieder viele Schüler angemeldet haben, um nach Leiden zu „Model United Nations“ zu fahren.

Timo Ditz