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29.01.2012
OVAG-Literaturwettbewerb: »Gesammelte Werke« wurden an der ELS vorgestellt
Zum achten Male veranstaltete die OVAG ihren Literaturwettbewerb für junge Schriftsteller. Nach der Vorstellung der Preisträger und dem Workshop in Bad Kissingen erschienen nun die überarbeiteten Texte in Buchform (inkl. Hör-CDs). Gastgeber war die Ernst-Ludwig-Schule, in deren Mehrzweckhalle zunächst eine Präsentation über den Ablauf des diesjährigen Wettbewerbs zu sehen war mit Preisverleihung, Workshop, Hörbuchproduktion und den ersten Lesungen. Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst bekannte, dies sei ihre Lieblingsveranstaltung, sei doch dieser Preis besonders wertvoll. Sie verglich die jungen Autoren mit Varieté-Künstlern, die Menschen zum Träumen bringen und es durch harte Arbeit zur Perfektion bringen können. Es sei ein großes Geschenk, mit seinen Texten Menschen aus dem Alltag heraus in eine Traumwelt zu versetzen.


Vorstandsvorsitzender Rainer Schwarz verteidigte die oftmals problembeladenen und schwierigen Texte, in der Weltliteratur sei dies ganz genauso, diese seien oft ebenfalls alles andere als lustig. Diejenigen, die sich "intensiv mit Sprache ausdrücken möchten" beschäftigen sich mit Dingen, die sie oder die Gesellschaft bewegen. Es sei gut, dass die jungen Autoren den Finger in die Wunde legten in einer Zeit, in der viele vor zunehmender Oberflächlichkeit warnen. Nicht ohne Stolz konnte Rainer Schwarz verkünden, dass die Gewinnerin des ersten Literaturwettbewerbs sich erfolgreich beim Deutschen Literaturinstitut in Leipzig beworben habe und im Februar bei einem renommierten Verlag ihren ersten Roman herausbringt.


Als Laudator hatte die OVAG Dr. Asfa-Wossen Prinz Asserate gewinnen können. Der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers, Unternehmensberater und promovierter Historiker, hat sich auch als Autor einen Namen gemacht, sein Buch »Manieren« wurde zum Bestseller. Er verteidigte zunächst das Medium Buch, das alle Sinne wecke, und fand großen Gefallen an »vielen erfrischenden Formulierungen« in den Texten der Jugendlichen. Das Schreiben mit Begeisterung mache bewusster, man nehme die Umwelt aufmerksamer wahr: »Wir werden empathischer und entdecken Zusammenhänge.« Es sei wichtig, »sich die Offenheit zu behalten, um sich nicht in fixen Ideen zu verrennen.« Er ging auf die Tradition des Erzählens ein und die Bedeutung des Geschichtenschreibens. Er wünschte den Autoren, weiterhin »wach, offen und aufmerksam zu bleiben« und freute sich auf weitere Geschichten.






Es folgten drei Lesungen aus der achten Ausgabe der »Gesammelten Werke«. Ann-Kathrin Roth aus Lauterbach stellte »Papiertiger« vor, Christian Sedlak aus Karben las »Nacht und Mond«, bevor Solvejg Kassandra Kleber aus Mücke ihren Text »Wo stumme Uhren leise schlagen« vorstellte.


Ein Intermezzo von Lektorin Uschi Flacke leitete über zur Buchausgabe. Die erste Ausgabe der frisch gedruckten Werke erhielt ELS-Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst, bevor auch die Preisträger ihre Exemplare erhielten, darunter die Gewinner der ELS Julia Krampitz, Manon Cavagna und Lena Scholz.






Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom ELS-Kammerorchester unter Leitung von Clemens Duchardt.


Wer in der neuen Runde am OVAG-Literaturwettbewerb teilnehmen möchte, kann seinen Text bis zum 15. Juni einsenden.


 
 
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