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28.02.2010
Arbeit an gemeinsamem europäischen Projekt
Vom 7. bis 12. Februar war eine Gruppe von neun Schülerinnen und Schülern sowie drei Lehrerinnen und Lehrern der Ernst-Ludwig-Schule im Rahmen eines COMENIUS-Projekts in Polen.
In Tarnowskie Gory, dem ehemaligen Tarnowitz, gelegen am nördlichen Rand des oberschlesischen Industriegebiets, trafen sich Schüler und Lehrer aus Polen, Rumänien, Finnland, Spanien und Deutschland, um gemeinsam an einem Thema zu arbeiten. In international zusammengesetzten Arbeitsgruppen wurden Informationen gesammelt, die sich um die Fragestellung drehten, inwiefern Wasser in den jeweiligen nationalen Kulturen eine Rolle spielt. Am Ende der Woche präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse aus den Bereichen der Kunst, der Literatur, der Musik oder der Traditionen, die später in einer Broschüre zusammengestellt werden.



Die Lehrer Annegret Zozmann, Katja Müller und Joachim Bierwirth sowie neun Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufe neun und zehn starteten am Sonntag Vormittag vom Frankfurter Flughafen aus nach Kattowice, wo sie von den polnischen Lehrerinnen und dem Schulfernseh-Team der gastgebenden Schule aus Tarnowskie Gory begrüßt wurden. Im „Liceum Ogólnokształcące“ wurden dann die Schüler auf die Gastfamilien verteilt.
Trotz reichlich Schnee und arktischen Temperaturen kam neben der Arbeit an dem gemeinsamen europäischen Projekt die Freizeit nicht zu kurz. Zunächst wurde ein altes Silberbergwerk besichtigt. Diese Anlage war bereits von Goethe Anfang September 1790 aufgesucht worden, denn hier stand damals die erste Dampfmaschine im Königreich Preußen, bekannt als die „Feuermaschine“, die als technisches Wunderwerk galt. Goethe dokumentierte diesen Besuch sogar in einem kleinen Gedicht, gewidmet den Bergknappen von Tarnowitz. Der Bergbau ist zwar schon lange eingestellt, die Mine bietet heute jedoch einen imponierenden Rundgang durch die Stollen in 40 m Tiefe, gekrönt von einer Bootsfahrt über 270 Meter Länge.
Dem Thema des COMENIUS-Projekts entsprechend galt dann der Besuch des „Wasser-Parks“ von Tarnowskie, einem großen Schwimmbad mit Wellenanlage, mehreren Rutschen und Schwimmbecken, in denen die polnischen Sportlehrer einen Schwimmwettbewerb durchführten.



Höhepunkt des Ausflugsprogramms war dann der Ausflug nach Krakau. Die Altstadt ist ein Weltkulturerbe der UNESCO, besonders beeindruckend ist der Wawel, die oberhalb der Weichsel gelegenen Burganlage mit Kathedrale, über Jahrhunderte das geistliche und weltliche Zentrum Polens, bevor Warschau Hauptstadt wurde. Nicht verpasst werden durfte die Statue des feuerspeienden Drachen unterhalb der Burganlage, der an die Sage erinnert, in der die Stadt vor einem menschenfressenden Drachen errettet wurde. Der große Marktplatz im Zentrum der Altstadt bot dagegen das Bild einer Baustelle, insbesondere die berühmten Tuchhallen waren durch Gerüste verhüllt.



Für alle Beteiligten waren die fünf Tage in Polen ein großartiges Erlebnis. Die Schüler mussten sich in Englisch verständigen und merkten plötzlich, wofür es gut ist, eine Fremdsprache zu lernen. Und zudem merkten sie, dass die gleichaltrigen Jugendlichen aus Polen, Rumänien, Finnland und Spanien keine fremden Wesen waren, sondern Jugendliche wie sie selbst, mit ähnlichen Interessen und auch Problemen. Schnell wurden Freundschaften über die Grenzen hinweg geschlossen, und beim Abschied floss so manche Träne. Aber es bleibt ein Trostpflaster, denn Mitte Mai werden sich viele wieder treffen, und zwar dann in Bad Nauheim. Wieder wird es dann um das Thema „Wasser“ gehen, mit dem nahe liegenden Aspekt der Bedeutung des Wassers für die Gesundheit.



 
 
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