28.12.2018 17:23 Alter: 83 days
Kategorie: fb1, Musik

Stimmungsvolles erstes Weihnachtskonzert der Ernst-Ludwig-Schule in der Bonifatiuskirche


In der beeindruckenden Kirche St. Bonifatius fand das erste der beiden Weihnachtskonzerte des Schuljahres statt. Mit dem feierlichen Programm wurden Eltern, Mitschüler, Lehrkräfte und Freunde der Musik bestens auf die Weihnachtstage eingestimmt.
Eröffnet wurde das Konzert vom Blechbläserensemble, das von der Empore aus mit den bekannten weihnachtlichen Stücken „Adeste Fidelis“ sowie „Holiday Fanfare“ sofort eine besondere Atmosphäre schuf. Bemerkenswert gut konnte sich der Nachwuchs aus der Jahrgangsstufe 7 in das von Clemens Duchardt und dem Ehemaligen Philipp Kröll geleitetem Ensemble einfügen.
Der Chor der Klassen 7-13 unter der Leitung von Andreas Ziegler folgte mit einem Chorsatz von Tom Fettke "Think On Me" sowie von John Rutters "Candlelight Carol" und Jester Hairstons "Mary's Boychild" (Solo: Selin Topsakal, 7a). So konnte der Chor eine vielfältige Klangfarbe sowohl unter Klavierbegleitung als auch a cappella präsentieren. Der glockenhelle Klang der jungen Stimmen berührte die Zuhörer sehr.


Weiter ging es mit dem Streichorchester, das „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“, gleichsam Camille Saint-Saëns wohl berühmtestes Werk, zu Gehör brachte. Mit dieser humorvollen Programmmusik überzeugte das Streichorchester rundum. Die herausfordernden Soli (Lilly Ehlert, Violoncello, sowie Leonie Minor, Harfe) wurden beeindruckend gemeistert und trugen zu einem perlenden Klangteppich bei, sodass man sich den über das Wasser gleitenden Schwan sehr gut vorstellen konnte.


Andrej Bozic leitete das Vokalensemble, das erstmals auftrat, sicher durch die anspruchsvolle Barockmotette, die Sängerinnen und Sängern meisterten mit ausdifferenzierter Artikulation souverän ihren Auftritt und konnten den verdienten Applaus genießen.
Es folgten allseits bekannte Melodien, denn das Große Orchester hatte Peter Tschaikowskys „Der Schwanensee“ gewählt. Auch wenn die Melodien von jedem sofort erkannt werden, so stellen die einzelnen Szenen und Soli extrem hohe Herausforderungen dar. Erich Wenge, Violine, meisterte die schnellen Läufe in hoher Lage in ungewohnter Tonart (Ges-Dur) sowie die Rhythmik mit Bravour. Lilly Gerstner (13) setzte mit dem Oboensolo ein blitzendes Glanzlicht, die Holzbläser glänzten als gut heraushörbare Gruppe ebenso. So konnte das Große Orchester mit Temperament, Schwung und Geschlossenheit rundum überzeugen. Das war Gänsehautfeeling!


Der zweite Teil des Abends stand ganz im Zeichen des „Gloria in D“ des Barock-Komponisten Antonio Vivaldi. Die barocke Streicherbesetzung (Einstudierung: Claudia Drechsler) konnte gemeinsam mit dem Chor 7-13 (Leitung: Andreas Ziegler) eine wahre Klangpracht entfalten. Mittlerweile scheint es gute Tradition geworden zu sein, dass der Chor der Schülerinnen und Schüler durch Eltern und Ehemalige verstärkt wird.
Das Orchester stellte sich der herausfordernden Aufgabe mutig und sicher; sehr schnelle Tempi, viele komplexe Melodien und Stimmverläufe, die gut aufeinander abgestimmt waren, wurden angenehm souverän musiziert.
Auch dem Chor gelang es überzeugend, die große Herausforderung, den lateinischen Text und die anspruchsvollen Chorsätze mit ihren teilweise sehr virtuosen Koloraturen klanglich umzusetzen. Das Ergebnis war sehr strahlend und der Kirchenraum war geradezu mit Zauber erfüllt. Alle Sängerinnen und Sänger waren mit voller Konzentration dabei, die verschiedenen anspruchsvollen Partien mit vollem Klang darzubieten. Andreas Ziegler musste das Publikum geradezu davon abhalten, zwischendurch den sicher wohlverdienten Applaus zu spenden. Nicht nur die Gesamtleistung ist zu loben, sondern auch den Einzelleistungen ist Lob und Anerkennung auszusprechen.


Das klangschöne Duett "Laudamus te" von Shanice Gräber (9d) und Julia Beuthner (als Gast) brillierte durch die Leichtigkeit der beiden Sopranstimmen. Ein fast kammermusikalisches Musizieren zeigte die ehemalige ELS-Schülerin Katharina Strecker im Zusammenspiel mit Annalena Krüger (10a) an der Violine und Lilly Ehlert (9e) am Violoncello in ihrer Arie „Domine Deus“.
Aus dem Chor heraus intonierten Vanessa (10e) und Veronika Özdemir (13g), Annita Gaach (12b) sowie Leonie Minor (12c) das klagende „Domine Deus und Agnus Dei“, im Dialog mit einem klar und präzise gespielten Solo für Violoncello von Maya Müller (8a). Schließlich folgte noch das „Qui sedes ad dexteram Patris“ mit den Solistinnen Leonie Minor und Julia Beuthner, die sich stimmlich gut ergänzten. Sprachlich klar ausgearbeitet erklangen im Chor die großen Sätze „Propter magnam gloria“ und „Domine Fili unigenite“ - zur vollen Unterstützung der barocken Klangentfaltung traten Alexander Gröb (als Gast, Trompete) und Mirjam Minor (Elternteil, Oboe) hinzu. Der Basso continuo-Part wurde von Dorothee Hildebrand souverän gespielt. Dem strahlenden Klang im Chor und den wunderbaren Solisten sowie dem hervorragend barock musizierenden Streichorchester war langanhaltender Applaus bis hin zu stehenden Ovationen verdienter Lohn.
Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst dankte in ihren Schlussworten allen Mitwirkenden für ihren Einsatz und lobte die überzeugenden Leistungen. Das großartige Zusammenwirken aller Beteiligten ermöglichte einen rundum gelungenen Konzertabend.

Eva Pfeiffer-Heidecke