21.06.2018 19:33 Alter: 150 days
Kategorie: fb1, Musik

Sternstunden der Musik beim zweiten Sommerkonzert


Auch das zweite Schulkonzert der Ernst-Ludwig-Schule bot den zahlreich erschienenen Gästen ein abwechslungsreiches Programm mit einer Vielzahl von Höchstleistungen.
Das Blechbläserensemble führte mit Musik aus dem Film „Stargate SG-1“ das Publikum in den kurzweiligen Abend ein. Dirigent Clemens Duchardt konnte sich nicht nur auf die intonatorisch einwandfreien Bläser verlassen, sondern auch auf seine virtuose Perkussionsgruppe, sodass eine spannende und lebhafte Atmosphäre erzeugt wurde. Trotz kammermusikalischer Besetzung erzielte das Ensemble einen beeindruckenden sinfonischen Klang.


Die 61 Sängerinnen und Sänger des Chores 5/6 präsentierten zunächst unter der Leitung von Andreas Ziegler das bekannte Lied „Nessaja“ aus dem Musical „Tabaluga“ von Peter Maffay mit klaren Stimmen. Es folgte das dreistimmige „Circles“, das musikalisch immer weitere Kreise formte. Im Anschluss dirigierte Dorothee Hildebrand den Chor bei „Take These Wings“, das sich vom zweistimmigen Duett allmählich über den gesamten Chor wunderbar entfaltete. Schließlich zeigte der Chor unter der Leitung von Andreas Ziegler seine ganze Stimmkraft mit einem swingenden Kanon, der die modernen Essgewohnheiten kritisch betrachtete: „Gourmet“ sorgte für Erheiterung und wurde mit großem Applaus bedacht.
Nach dem variationsreichen Auftritt des Chores der fünften und sechsten Klassen bot die Combo mit rockigen und jazzigen Klängen einen beeindruckenden Gegensatz. Ob mit „Cissy Strut“, „Song For My Father“ oder „Everybody Needs Somebody To Love“, die stilistisch sicheren und vielfältigen Musiker unter Leitung von Andreas Pompe sorgten dafür, dass sich das Publikum kaum ruhig auf den Plätzen halten konnte. Dabei bewiesen Finn König (Tenorsaxophon) Maximilian Rau und Theo Jung (Trompeten) ihr solistisches Talent.

Die Bühne füllte sich anschließend mit dem Chor der Jahrgangsstufen 7 bis 12. In ihrem Programm zeigten die Sängerinnen und Sänger - ebenfalls unter der Leitung von Andreas Ziegler -  ihre enorme Bandbreite. So war der erste Satz „On Rising Wind“ von Carl Strommen ein eher moderner Chorgesang, der den Weg eines jungen Vogels beschreibt. Das zweite Lied „I Believe“ von Mark Miller wirkte dagegen zunächst als ein fast minimalistisch gehaltenes Lied, das sich aber steigerte zu einem letztlich zutiefst ergreifenden und berührenden Chorwerk über ein jüdisches Gedicht. Abschließend brillierte der Chor auch a cappella mit dem französischen Madrigal „Il est bel et bon“, das das Getratsche von Frauen über den Ehemann thematisiert. Alle Anwesenden waren begeistert von diesem rundum gelungenen Auftritt.


Zuletzt wurden beide Chöre zu einem fast 90-stimmigen Chor zusammengebracht. Mit drei Sätzen aus dem aktuellen Musicalfilm „The Greatest Showman“ gelang es Chorleiter Andreas Ziegler alle Sängerinnen und Sänger mitzureißen, um sie schließlich zu einem sechsstimmigen Finale mit „This Is Me“ zu führen, in dem alle Schwierigkeiten scheinbar mühelos und mit großartiger Sangesfreude gemeistert wurden.
Für einen wunderbaren und ausgefallenen Abschluss der ersten Hälfte des Konzertes sorgten Mats Doufrain (Q4) und Janis Wetzel (9D). Die beiden Künstler an den Percussions präsentierten ihre eigene Komposition „Illusion No. 3“ und verwendeten hierfür ein breites Spektrum an Schlaginstrumenten, das die gesamte Bühne füllte. Mit ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten schafften es die beiden, das Publikum über Minuten hinweg in ihren Bann zu ziehen, bis schließlich nach dem Schlusstakt der anhaltende Applaus die Begeisterung des Publikums zeigte.


Der Beginn der zweiten Hälfte des Abends war geprägt von klassischen und barocken Klängen. Nach Mozarts bekanntem „Ave verum corpus“ spielte das Projektorchester das Harfenkonzert in B-Dur von G. F. Händel, das die Schülerinnen und Schüler im Frühjahr zum Teil bereits im HR-Sendesaal im Rahmen des Projektes „Coach´N‘ Concert“ aufgeführt hatten. Nun erklangen jedoch alle drei Sätze. „Das Konzert ist 1736 als Harfeneinlage für das Oratorium Das Alexanderfest entstanden“, so die Solistin Leonie Minor, „wo es zur Illustration des Gesanges des griechischen Sängers und Lyraspielers Timotheus diente.“ Händel verwendet hierfür u.a. Pizzicati und den Einsatz von Dämpfern, die für Leonie kein Problem darstellen.
Zum Abschluss des Abends spielte das Große Orchester sinfonische Arrangements von John Wasson, Hans van der Heide und Leroy Anderson. Zunächst erklang Brendan Grahams berühmte Ballade „You Raise Me Up“ mit der Abiturientin Chiara Bäuml als Solistin, die mit ihrem glockenreinen Sopran das Publikum zum Schmelzen brachte.
Mit „The Hunchback of Notre Dame“, der Titelmusik aus der Disneyverfilmung von „Der Glöckner von Notre Dame“, wurde das Publikum ins mittelalterliche Paris in die Geschichte von Quasimodo entführt, der vereinsamt im Glockenturm der Kathedrale von Notre Dame lebt und sich in die schöne Esmeralda verliebt.


Zur Geschichte Quasimodos sagt Andrejs Neubauer (E-Phase): „Quasimodo, ein missgebildetes Findelkind aus dem 15. Jahrhundert, führt ein einsames Leben im Dom. Als er sich aus dem Dom traut, wird er wegen seiner komischen Gestalt vom Volk gedemütigt und verspottet. Nur Esmeralda, eine Zigeunerin, zeigt Mitleid und hilft ihm, woraufhin er sich in sie verliebt. Esmeralda aber ist in den Hauptmann Phoebus verliebt. Quasimodos Meister Frollo, der ebenfalls in Esmeralda verliebt ist, nimmt sie und Phoebus aus Eifersucht gefangen mit der Begründung, sie würden sich gegen ihn und den Staat auflehnen. Esmeralda soll als Hexe verbrannt werden. Quasimodo befreit beide trotz der unerwiderten Liebe und bringt seinen Meister um.“ Vor allem die starken Klänge der Blechbläser kombiniert mit den Schlaginstrumenten im Einklang mit den stimmigen Streichern vermittelten den Eindruck von den verhängnisvollen Vorgängen in der ehrwürdigen Kathedrale.
Im Kontrast dazu stand anschließend mit dem „Sandpaper Ballet“ des für musikalische Späße bekannten Komponisten Leroy Anderson ein schwungvolles Werk, das auch den Solisten Mats Doufrain und Janis Wetzel Gelegenheit für einen humorigen Auftritt bot.
Zum Schluss des Abends spielte das Orchester zunächst Stücke aus dem Musical „The Phantom Of The Opera“. Auch hier war das Arrangement von programmatischer Plastizität geprägt, die die Dramatik aus Gaston Leroux‘ berühmten Roman in Töne übersetzt. Luca Mathias Conrad (E-Phase) berichtet dazu: „Das ‚Phantom der Oper‘ wurde in 27 Ländern aufgeführt und hatte bisher mehr als 130 Millionen Besucher. Uraufgeführt am 9. Oktober 1986 am Her Majesty’s Theatre in London, folgte die erste deutschsprachige Aufführung am 20. Dezember 1988. Die bekanntesten Stücke sind „Phantom der Oper“, „Think of Me“, „Masquerade“ und „Angel of Music“, die alle im gespielten Medley vorkommen.“
Dirigent Clemens Duchardt forderte von seinem Ensemble eine Vielzahl unterschiedlicher Nuancen und zog bei seiner Interpretation sämtliche Register, denen das großartig aufgelegte Orchester mühelos folgte. Bei „Think of Me“ rührte die Sopranistin Chiara Bäuml erneut das Publikum fast zu Tränen.
Am Ende des Abends standen dann Chor und Großes Orchester gemeinsam auf der Bühne, um die Musik zusammen mit dem Publikum zu feiern. Vom ehemaligen Schüler Philipp Kröll arrangiert, erklang „Viva la Musica“.
Der insgesamt mitreißende, begeisternde Abend zeigte, auf welch hohem Niveau alle Ensembles am Ende eines Schuljahres angelangt sind. Die Mitwirkung einiger Ehemaliger demonstrierte außerdem die große Verbundenheit mit der Schule und mit der musikalischen Arbeit. Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst dankte abschließend allen Mitwirkenden – Blechbläserensemble, Chor 5/6, Chor 7-12, Combo, Großes Orchester, Händelprojektorchester, Percussion Duo sowie den Leitern Claudia Drechsler, Clemens Duchardt, Felicitas Geyer, Dorothee Hildebrand, Andreas Pompe sowie Andreas Ziegler – für dieses klangvolle Finale.

Text: Leonie Minor, Andrejs Neubauer, Luca Mathias Conrad, Andrej Bozic, Eva Pfeiffer-Heidecke.
Fotos: Andrej Bozic