03.03.2018 11:52 Alter: 231 days
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Deshalb wird die Bio-Gurke eingeschweißt


Am 20.02.2018 hatte der Ethik 8 Kurs von Oliver Seuss einen besonderen Gast zu Besuch: Julian Brüssow, ehemaliger ELS-Schüler (Abitur 2010) und Marktleiter beim REWE-Einzelhandelskonzern.  Er absolviert derzeit noch einen dualen Studiengang, um dann im REWE-Konzern als leitender Angestellter zu arbeiten.
Im Rahmen der Unterrichtseinheit Umweltethik, die aus aktuellem Anlass und als Vorgriff auf die in der nächsten Jahrstufe zu lehrende Umwelterziehung/ ökologische Bildung behandelt wurde, hat der Kurs sich eingehend mit den Zusammenhängen von Ernährung und Umwelt beschäftigt.
Aus der Erkenntnis heraus, dass unser Ess- und Verbraucherverhalten erhebliche Einflüsse auf die Umwelt hat, haben die Schülerinnen und Schüler intensiv darüber diskutiert, welchen Beitrag wir als Mitglieder der ELS-Schulgemeinde liefern können, um die riesigen Plastikmengen in den Weltmeeren zu verringern bzw. nicht weiter ansteigen zu lassen. Es wurde allen bewusst, dass wir als Teil der Nahrungskette täglich mit Mikroplastik konfrontiert werden. Parallel erkannten die Schülerinnen und Schüler, dass Massentierhaltung zur Befriedigung unserer Qualitätsansprüche von Essen nicht herangezogen werden kann. Massentierhaltung mit den schrecklichen Bildern von gequälten Tieren und den zum Beispiel im Film „Food, Inc.“ dokumentierten gesundheitlichen Konsequenzen haben dazu geführt, dass einige Schülerinnen und Schüler ihr Essverhalten geändert haben und in den Familien mit den Eltern und Freunden diskutiert haben.
In der Doppelstunde mit Julian Brüssow wurde daher auch intensiv gefragt, wie wir beim täglichen Einkauf Plastikmüll vermeiden können und Produkte aus vernünftigen Quellen erkennen und kaufen können.
Julian Brüssow konnte zum Beispiel erläutern, dass wir als Verbraucher tatsächlich Einfluss auf die Angebotspalette der Supermärkte haben. Wenn alle ELS-Schüler der Ethikkurse mit ihren Eltern zwei Wochen lang keine PET-Flaschen, sondern nur noch Getränke in Glasflaschen kaufen würden, wäre der örtliche Markt sehr schnell dabei, sein Angebot zu wechseln, um Ladenhüter zu vermeiden. Letztlich ist der REWE-Konzern auch so dazu übergegangen, keine Plastikeinkaufstüten mehr anzubieten.
Gestellt wurde auch die Frage, warum ausgerechnet die Bio-Gurke eingeschweißt in einer Plastikfolie angeboten wird und die Gurke aus der industriellen Herstellung ohne Plastikfolie im Regal liegt. In Wahrheit ist der vermeintliche Unsinn, die besonders von ökologisch geprägten Verbrauchern gekaufte Bio-Gurke einzuschweißen, tatsächlich eine Form der Plastikmüllvermeidung. Da ein Supermarkt immer noch wesentlich mehr konventionell angebaute Gurken verkauft (8 Kisten), werden lediglich drei Kisten Bio-Gurken verkauft. Damit die Kassiererinnen und Kassierer die unterschiedlichen Gurken erkennen können, werden daher die weniger verkauften Gurken eingeschweißt.
Oliver Seuss