16.02.2018 11:16 Alter: 246 days
Kategorie: Deutsch

OVAG-Lesetournee gastierte an der ELS


Foto: OVAG

Die Lesetournee der Sieger beim OVAG-Literaturwettbewerb startete in diesem Jahr an der Bad Nauheimer Ernst-Ludwig-Schule. Dabei waren Eva Parbel von der St.-Lioba-Schule, die ELS-Schülerin Nele Klatte und die ehemalige ELS-Schülerin Kerstin Uebele, die alle ihre preisgekrönten Texte lasen und sich anschließend den Fragen des Publikums stellten, das aus Schülerinnen und Schülern der E-Phase und interessierten Neuntklässlern bestand.
Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst begrüßte die Anwesenden und warb für die Teilnahme am Jugend-Literaturwettbewerb. Thomas Hergesell, Koordinator für die Fachschaft Deutsch, begrüßte ebenfalls die Anwesenden und erläuterte nach einigen Dankesworten das Anmeldeverfahren im Wettbewerb.
Darauf ging auch Silke Scriba von der OVAG-Öffentlichkeitsarbeit näher ein. Sie schilderte den Ablauf von der Einreichung der Texte bis zur Auswahl durch eine fachkundige Jury, der offiziellen Preisverleihung, dem Lektorieren der Texte auf einem viertägigen Workshop mit professionellen Lektoren mit gleichzeitigen Sprechcoaching und Einsprechen der Texte und der Herausgabe der „Gesammelten Werke“.
Daran schließt sich die Lesetournee an, die die verschiedenen Preisträger an verschiedene Schulen im oberhessischen Raum führt.


Nele Klatte, Schülerin der Q1 an der ELS, gehörte erstmals zu den Preisträgerinnen. Ihre Geschichte »Big Mike« handelte von einer zeitlebens unterdrückten Person, die plötzlich Macht bekommt und diese dann missbraucht. Bei den anschließenden Fragen des interessierten Publikums offenbarte Nele, dass sie nun im dritten Anlauf erstmals als Preisträgerin ausgezeichnet wurde und dass ihr zunächst die Idee für das Ende  gekommen sei. Es sei für sie durchaus ein Ansporn gewesen, dass Profis sich mit ihrer Geschichte beschäftigt hätten.


Eva Parbel von der St.-Lioba-Schule in Bad Nauheim hatte eine lustige Geschichte mitgebracht. In »Wie der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten fror« stellte sie sich vor, dass der Osterhase als Vertretung für das erkrankte Christkind dem Weihnachtsmann bei der Auslieferung der Geschenke zur Seite stehen muss und ihm dabei manchen Verdruss bereitet. Eva, die schon in der Grundschule Geschichten geschrieben hat, berichtete, dass ihre Erzählung ursprünglich als Weihnachtsgeschenk für die Oma bestimmt gewesen sei. Viele Formulierungen und Pointen seien erst während des Lektorats entstanden.


Eine eher bedrückende Situation zeichnete Kerstin Uebele, eine frühere ELS-Schülerin, die bereits fünfmal unter den Preisträgern zu finden war und diesmal als Gesamtsiegerin aus dem Wettbewerb hervorging,  in »Nordviertel«. Die namenlose Ich-Erzählerin wird darin Mitbewohnerin von Szofia und ihrer Tochter Niki in einer ärmlichen Gegend in Ungarn. Die Leser erhalten Einblicke in den Alltag der Ich-Erzählerin, die als Näherin in einer Fabrik arbeitet und von Szofia, die der Prostitution nachgeht, um sich und ihre Tochter über die Runden zu bringen. Kerstin, die ernstere Literatur bevorzugt,  gab ebenfalls einige Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer Geschichte.