20.11.2016 16:07 Alter: 304 days
Kategorie: Musik

Kammermusikabend stellt neue Talente vor


Fast wurde es ein Klavierabend, denn neun Pianistinnen, hauptsächlich aus den Jahrgangsstufen 5 und 6, stellten ihr Können am Flügel unter Beweis. Sie bewiesen insgesamt eine große Virtuosität und  besondere Ernsthaftigkeit.

Mutig eröffnete Anastasia Propisnova (5b) den „Klavierreigen“ nach der Begrüßungsansprache der Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst mit einer Sonatina (Daniel Streibelt), die eine heiter-beschwingte Stimmung entstehen ließ. Es folgte Luise Redmann (6b), die mit dem flotten „Kleinen Frühlingswalzer“ (María Teresa Carreño) den nächsten Frühling bereits erfühlen ließ.
Kontrastreich spielte danach Victoria Mast (6c) mit großer Entschlossenheit das Rondo  „Alla Turca“ (Wolfgang Amadeus Mozart).
Karin Fukuda (5a) stach mit einer rhythmisch präzisen Interpretation des Menuettes aus der Sonate Nr. 11 B-Dur Ludwig von Beethovens hervor und brachte in dem Stück „Der kleine weiße Esel“ (Jacques Ibert) mit modernen sowie rhythmisch geprägten Klängen einen schreienden, springenden, ungestümen Esel imaginär in den Konzertraum.

Unterbrochen wurde der pianistisch geprägte Beginn des Kammermusikabends von dem Violinduo Annalena Krüger (8a) und Alina Kosch (6a). Sie führten die Zuhörer mit ihrem schwungvoll und rhythmisch exakten Spiel des folkloristisch geprägten Stückes „Back in Ireland“ (Aleksey Igudesman) nach Irland, bei dem man vermeintlich einen Dudelsack hören konnte.

Danach standen wieder die Tasteninstrumente im Vordergrund. Victoria Kem (5b) bot in präziser Interpretation Stücke von Johann Sebastian Bach und Pietro Giuseppe Sandoni. Melancholische und fröhliche Volksweisen, musikalisch gut umgesetzt von Ekatarina Gerbst (6e), erklangen in den „Variationen über ein russisches Volkslied“ (Isaak Berkowitsch). Auch mit ihrer Bach-Sinfonia Nr.4 D-Moll konnte sie überzeugen, da die fugalen Einsätze deutlich und exakt herausgearbeitet waren.
Den Abschluss der jüngeren Interpretinnen bildete Laura Marie Steinbeiß (6e), die mit kräftigem Anschlag und perlenden Läufen ein Allegro von Johann Baptist Vaňhal darbot.

Nun erklangen Klarinettentöne. Katharina Drewel (E1) spielte souverän das Allegro aus dem Klarinettenkonzert Nr. 10 (Carl Stamitz) begleitet von Dorothee Hildebrand am Flügel. Die Klangvielfalt der Klarinette kam bei diesem Stück besonders gut zum Vorschein.

Annalena Krüger, Violine (8a), Emma Gorgas, Violine (9a), Alev Nalbantoglu, Violine (als Gast) und Milena Brendel, Kontrabass (9c) zeigten ihr Können und harmonisches Zusammenspiel in der ausgefeilten Darbietung des Kanons D-Dur von Johann Pachelbel, unterstützt von Claudia Drechsler (Violine) und Andreas Ziegler (Flügel).

Streicherklänge wechselten sich nun mit Klavierklängen ab. Celine Peukert (Q3) spielte auf dem Flügel den ersten Satz aus Ludwig von Beethovens „Pathétique“.

Im Anschluss erklang dann das Thema aus der Musik zum Film „Schindlers Liste“ von John Williams. Marika Hildebrand (9a) meisterte die technischen Schwierigkeiten mit Bravour sowie Einfühlungsvermögen und konnte die traurige Stimmung mit ihrem Spiel besonders gut unterstreichen. Man darf auf weitere Darbietungen von ihr gespannt sein.

Auch das folgende Klavierspiel verdient besondere Erwähnung. Kristina Neubauer (8c) steigerte sich in den „Variationen über ein Lied“ (Michael Glinka) über einfühlsame, tänzerische Passagen bis hin zur Dramatik. Versiert und ausdrucksstark trug sie „Toccata- Allegro“ (Aram Chatschaturjan) vor und ließ ein tonmalerisches Feuerwerk entstehen.

„Conversations“ von Richard Rodney Bennett wurden von den beiden Flötistinnen Elisa Pöhlig (Q1) und Lisa Reuter (E-Phase, als Gast) zu Gehör gebracht. Sie unterhielten sich harmonisch, träge, angeregt, plätschernd. Im präzisen, gut abgestimmten Zusammenspiel verdeutlichten sie gelungen verschiedene Unterhaltungsarten auf ihren Instrumenten.

Den Kammermusikabend beschlossen zwei Gäste, Rojin Hirbod (Gesang) und Konrad Steinhauer (Klavier), beide ehemalige Schüler der ELS. Sie trugen vier Lieder aus dem Liederzyklus „Frauenliebe und -leben“ von Robert Schumann bravourös vor und hinterließen einen bleibenden Eindruck. Für diesen ungemein bereichernden Gastauftritt können die Gäste dieses Abends sehr dankbar sein!

Die Schulleiterin bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten mit einem Blumenstrauß und Andreas Ziegler wies auf die folgenden Veranstaltungen hin: Am Montag, dem 19. Dezember 2016 um 19:30 Uhr findet in der Mehrzweckhalle der Ernst-Ludwig-Schule das erste Weihnachtskonzert statt. Hier werden überwiegend die Jüngeren zu hören sein. Am Tag darauf, am 20. Dezember 2016, wird dann das zweite Weihnachtskonzert um 19:30 Uhr in der katholischen Kirche St. Bonifatius von den Älteren und den größeren Ensembles gestaltet werden. Wer hier mitsingen möchte, ist ganz herzlich eingeladen. Folgende Probentermine sind angesetzt: Samstag, 26.11.2016 und 10.12.2016 jeweils von 9:30 bis 12:30 Uhr im Spiegelsaal der ELS.

Felicitas Geyer, Eva Pfeiffer-Heidecke

Fotos: Ulrich Drewel